Warum? Weil ich will keine Antwort-Texte, sondern Ergebnisse will.
Die meisten fragen sich immer noch: „welcher Prompt ist der beste".
Wer auf YouTube sucht, findet zehntausend Antworten.
Threads mit 50 Prompts für Marketing, Vertrieb, Storytelling, Bewerbung.
Ich habe das auch mal mitgemacht.
Bookmarks, Notion-Seiten voll mit copy-paste-Templates, jeden Tag dasselbe Spiel: Prompt raussuchen, Kontext reinwerfen, Ergebnis umformulieren, fertig.
Bis ich gemerkt habe: ich mache immer wieder das Gleiche.
Jeden Mittwoch dieselbe Recherche, dieselbe Auswertung, denselben Bericht.
Und jeden Mittwoch suche ich mir den Prompt neu zusammen.
Das ist nicht Effizienz. Das ist Arbeit mit etwas Hilfestellung.
Die richtige Frage ist nicht „welcher Prompt ist der beste".
Die richtige Frage ist: welcher Prozess wiederholt sich bei mir, und warum mache ich den noch von Hand?
Wer Prompts kopiert, denkt in Aufgaben.
Wer automatisiert, denkt in Prozessen.
Es ist der Unterschied zwischen:
„ich frage die KI immer wieder dasselbe" und „KI weiß schon was sie zu tun hat".
Ich gebe dir vier Beispiele aus meinem eigenen Alltag, damit du siehst, wie konkret der Sprung von Prompt zu Prozess aussieht.

Erstes Beispiel: Wie bereite ich mich für Erstgespräche mit Kunden vor?
Wenn ich mich auf ein Erstgespräch vorbereite, will ich wissen, was bei der Firma im Magen liegt.
Wie sieht die Webseite aus, was steht im Impressum, gibt es eine Projektseite, wer entscheidet.
Vorher waren das pro Lead 30 Minuten im Browser plus eine Runde ChatGPT zur Strukturierung.
Heute habe ich einen Skill, der das in zwei Minuten macht.
Webseite, Impressum, Branchenkontext, Schmerzpunkte, ein konkreter Gesprächsaufhänger.
Ich lese den Bericht, gehe ins Gespräch, fertig.
Aus 30 Minuten werden zwei.
Zweites Beispiel: Wie kann ich Marketing-Daten analysieren?
Google Ads in einem Tab, Webseiten-Analytics in einem zweiten, LinkedIn-Performance in einem dritten. Drei Logiken, drei Exporte, am Ende die Excel die nie ganz fertig ist.
Heute zieht ein Skill mir morgens den Wochenüberblick.
Was lief, was kostet zu viel, wo ist die nächste Chance.
Kein Datenkopieren, kein Tab-Hopping.
Ein Bericht, eine Entscheidung.
Drittes Beispiel: Wie kann ich strategische Entscheidungen treffen?
Was hängt offen, wann war der letzte Blogpost, wann der letzte Outreach, was steht heute an.
Klingt banal. Ist es auch.
Aber statt mir das aus Sticky-Notes und Notion zusammenzukratzen, sehe ich es in einem Statusbericht.
Zwei Minuten am Tag. Ersetzt aber das diffuse „habe ich was vergessen", das mir früher den halben Vormittag im Kopf hing.
Viertes Beispiel: Wie erstelle ich regelmäßig Content?
Wochen lang habe ich versucht, mit ChatGPT auf meinem Ton zu bleiben.
Hat nie geklappt. Es klang immer wie ein Berater.
Weil es ein Berater ist.
Heute schreibt ein Skill in meiner Sprache, weil er meine letzten 30 Posts kennt, meine Don'ts kennt, und meinen Brand-Voice-Leitfaden mitliest.
Keine fünf Edit-Runden mehr.
Ein Entwurf, eine kleine Politur, online.
Wenn du jetzt denkst, das ist Tech-Kram, das betrifft mich nicht: Doch, tut es.
Empfehlungsnetz oder aktive Akquise, der Prozess ist der gleiche.
Du prüfst jede Anfrage manuell, du wühlst dich durch alte DM-Verläufe, du tippst dieselbe Antwort dreimal pro Woche, du erinnerst dich nicht mehr, ob du dem Bauherrn aus Schwabach jetzt eigentlich zurückgerufen hast oder nicht.
Prozess = Prozess, egal ob du Bauten oder Software baust.
Bevor du jetzt rausläufst und alles automatisierst, eine ehrliche Einordnung.
Wann lohnt sich ein Custom Agent?
Sie lohnen sich für das was du mehrmals pro Woche machst und was eine Vorarbeit und eine Antwort hat.
Sie lohnen sich nicht für einmalige Sprünge, kreative Erstgespräche oder Beziehungsarbeit.
Wenn du einmal im Quartal eine Pressemitteilung schreibst, brauchst du keinen Agenten.
Wenn du jeden Dienstag dieselbe Vertriebsanalyse machst, gehört das nicht in einen Prompt.
Faustregel: Fünf mal dieselbe Aufgabe gleich Agent. Einmal im Quartal gleich Prompt.
Was das jetzt konkret für dich bedeutet.
Du nutzt KI wahrscheinlich schon.
Wahrscheinlich seit ein bis zwei Jahren.
Wahrscheinlich für E-Mails formulieren, Texte umschreiben, Ideen brainstormen.
Das ist die Ein-Prozent-Anwendung. Es ist nicht falsch, aber es kratzt an der Oberfläche.
Die anderen 99 Prozent sind die Prozesse, die du noch nicht angefasst hast, weil du nicht weißt wo du anfangen sollst, oder weil dir niemand gezeigt hat dass es geht.
Bei einem Logistik-Kunden lief das genauso.
Eingangsanfragen wurden manuell eingetippt, in eine Excel kopiert, von dort ins ERP, von dort in eine Mail an die Disposition.
Vier Schritte, alle von Menschen, alle fehleranfällig.
Heute läuft das automatisiert von der Webseite bis zur Disposition.
Das war ein einziges Projekt, das mehrere Stellen entlastet hat.
Es war kein KI-Wunder, es war Prozess-Denken plus die richtigen Werkzeuge.
KI spielt dabei nur eine kleine Rolle, denn die Faktoren bestimmen das Ergebnis, keine KI.
Spoiler: Du fängst nicht beim Prompt an. Du fängst beim Mittwoch an.
Bei dem Moment, in dem du dich dabei erwischst, wieder dieselbe Anfrage in dieselbe Excel zu kopieren. Da ist deine erste Automation.
Wenn du wissen willst, ob das bei dir realistisch ist, lass uns reden.
20 Minuten Erstgespräch.
Du sagst mir, was sich bei dir alle drei Tage wiederholt.
Ich sage dir, ob sich daraus ein Prozess bauen lässt der dir jede Woche Stunden spart, oder ob ein guter Prompt reicht.
Beides ist eine ehrliche Antwort, beides hat seinen Wert.
-Akihiro


