Bei Kundenprojekten baue ich konkrete Lösungen. Ich kenne den Kontext, die Einschränkungen, die Zielgruppe. Bei Templates und Komponenten ist das anders.
Beim Design für Unbekannte gibt es keine Wunsch-Vorgaben.
Ich habe diese Woche einige Komponente für den Framer Marketplace fertiggestellt.
Die erste war ein 3D Parallax Sharing Button. Ein Button, der Social-Share-Icons im Halbkreis aufklappt, mit Tiefeneffekt auf jedem Icon.

Die zweite Komponente von mir:
Ein interaktives Globe Dashboard mit rotierendem 3D-Globus, Glassmorphism-Panels und eingebautem Charts.
Der Unterschied zu Kundenprojekten.
Bei einem Kundenprojekt ist Flexibilität nice-to-have. Beim Marketplace ist sie die Kernleistung.
Jede getroffene Design-Entscheidung, ist eine, die ich dem Nutzer abnehme. Ohne zu fragen, ob er das will.
Ich baue Komponenten für jemanden den ich nicht kenne, für ein Projekt das ich nicht sehe, mit Anforderungen die ich nicht vorhersagen kann. Das verändert wie man denkt.
Das klingt kleiner als es ist.
Für mich bedeutet das: mehr Vorarbeit, weniger Annahmen, klarere Grenzen zwischen dem, was die Komponente machen soll und dem, was sie Nutzern überlässt.
Diesmal eine Dot-Navigation: fixierte Punkte am Seitenrand, die beim Scrollen den aktiven Abschnitt hervorheben, Tooltip beim Hover, smooth scroll auf Klick. Technisch kein Hexenwerk. Aber der Prozess war anders als alles was ich bisher gebaut habe.
Die Praxis dahinter.
Ich habe die Kontrolleinstellungen (Property Controls) deshalb mehrfach umgebaut.
Nicht weil der Code falsch ist, sondern weil ich gemerkt habe:
Wenn jemand diese Komponente in ein dunkles Design einbaut, soll das ohne Workaround für den Webdesigner funktionieren.
Wenn jemand den Tooltip nicht will, soll er ihn ausschalten können.
Die Schwierigkeiten.
Framer Canvas, das vom Live-Verhalten abweicht, individuelle Einstellung für Framers Server-Rendering, Property Controls für alles korrekt zu binden: Farben, Größen, Position, Animationsverhalten, Tooltip-Design.

Das Ergebnis: Die fertige "Section Dot Nav Bar"
Die Komponente läuft fixiert immer mit, erkennt welcher Abschnitt gerade im Sichtfeld ist und macht das dem Webseiten-Besucher sichtbar.
Der aktive Punkt wächst, leuchtet leicht. Beim Hover mit der Maus zeigt ein Tooltip den Sektionsnamen in einer "Frosted-Glass"-Optik. Der Klick darauf scrollt den Nutzer zur gewünschten Sektion.
Was das für mich bedeutet und übertragbar macht
Kundenprojekte trainieren die Beratung sowie Iterationsgeschwindigkeit.
Marketplace-Produkte trainieren Denken in Nutzungsszenarien die man nicht vor sich hat.
Beides ist nützlich und ergänzt sich gut.
Ein Kundenprojekt ist ein Auftrag. Eine Marketplace-Komponente ist ein Asset.
Ich habe bisher hauptsächlich Aufträge abgeschlossen. Mit dem Ausprobieren auf dem Marketplace von Framer lerne ich jedoch das Versetzen in andere Webdesigner.


