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Projekt
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Branding
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Softwareentwickling
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Webdesign
Marke, Logo und die eigene Software für das Recycling Start-Up wertstoff.team.
wertstoff.team kauft Edelmetalle, Elektronik, Besteck und Zinn an, die Muttergesellschaft ist die innov8 GmbH. Ich habe die Marke "wertstoff." aufgebaut und die Software entworfen, mit der das Team KI-gestützt Ankaufspreise berechnet, sowie Margen aus Schmelzprozessen ermittelt.


Ausgangslage und Zielbild.
Kein Schrott, sondern Wertstoff. Mit diesem Satz startete das Projekt. Silberankauf läuft in Deutschland meist nach Bauchgefühl, das ändert innov8 grundlegend mit wertstoff.team.
wertstoff.team ist ein Unternehmen der innov8 GmbH. Machbarkeitsstudie und Businessplan lagen vor, als ich dazukam. Es fehlte alles, was man von aussen sieht, und womit man intern arbeitet.
Ankauf von Wertstoffen hat ein Image-Problem. Viele denken an Schrotthändler mit Bargeld in der Hosentasche.
Die Marke wertstoff.team soll das Gegenteil zeigen: nachvollziehbare Preise, saubere Abläufe, seriöses Auftreten mit transparenten Prozessen.
Wer Omas Tafelsilber verkauft, bekommt in der Regel einen Preis nach Gesamtgewicht und Erfahrung des Händlers. Wie der Preis entsteht, sieht er nicht.
Ein Messer mit hohlem Griff ist oft mit Blei oder Sand gefüllt, die Klinge ist Stahl. Wer nur wiegt, bezahlt Blei als Silber oder unterschätzt das Stück. Punzen, Feingehalt, Hersteller, Serie: dieses Wissen steckt in den Köpfen weniger erfahrener Händler.
Dazu kommt der Rohstoff. Deutschland fördert kein eigenes Silber und importiert Metallerze fast vollständig. Jedes Kilo Besteck aus der Schublade ist Silber, das nicht aus einer Mine kommen muss.
wertstoff.team will drei Dinge intern:
Preise, die ein Verkäufer nachvollziehen kann.
Mitarbeiter, die ohne jahrelange Erfahrung sicher bewerten.
Und Mengen, die ein Händler mit Bauchgefühl nicht schafft.
Was entstanden ist.
Marke und Software aus einer Hand, gebaut für Prozesse, die mit Daten statt mit Erfahrung skalieren.
Marke und CI für "wertstoff.team"
Vier Farben mit festen Anteilen: Charcoal für Text und Flächen, Floral White als Grund, Toasted Almond und Sage Green als Akzente. Jede Kombination ist auf Lesbarkeit geprüft.
Zwei Schriften, beide frei verfügbar: IBM Plex Mono für Überschriften und Zahlen, Geist für Fliesstext und Bedienelemente. Die Mono-Schrift passt zu einem Geschäft, in dem Gewicht und Preis die Hauptrolle spielen.
Das Logo
Die Wortmarke wertstoff.team: Ein Pfeil läuft um das W und schliesst sich zum Kreis: Ankauf, Aufbereitung, Wiederverwertung. Der Punkt am Ende macht aus dem Wort eine Aussage.

Visitenkarten Entwürfe
Der erste Entwurf für wertstoff.team: schwarz, vorne die Wortmarke über einem Barren aus Rasterpunkten, hinten die Materialien in einer Zeile: Zinn, Silber, Gold, CPU. Dazu der Satz Der Ankauf, der fair bezahlt, und ein QR-Code. (Abb. 1)

Abb. 1

Abb. 2
Den ersten Entwurf hat innov8 abgelehnt. Für die zweite Runde habe ich als Design Lead Richtung und Briefing vorgegeben, ein Designer hat sie ausgearbeitet: Hochformat, das Logo als geprägtes Muster, Wortmarke und Kante in Silber. (Abb. 2)
Für die Dachmarke innov8 habe ich eine Karte im Hochformat entworfen. Ein schwarzweisses Foto einer langen Treppe mit einer einzelnen Person darauf, unten die Wortmarke innov mit der 8 in Orange, tiefgestellt wie eine Stufe. (Abb. unten)

Die Webseite wertstoff.team
Eine Marke, die noch niemand kennt, braucht vom ersten Tag an eine Adresse im Netz. Deshalb steht unter wertstoff.team schon eine Coming-Soon-Seite, während die eigentliche Webseite noch entsteht.
Für die Coming-Soon Seite wurden einige verschiedene Designs evaluiert.

Die Software
Seit August 2026 läuft eine eigene Web-App. Ihr Kern ist ein Katalog mit über 10.000 Artikeln. Jedes Stück ist einzeln erfasst: Tafelmesser, Kaffeelöffel, Menügabel, je Hersteller und Serie, mit Gewicht und Silberanteil. Bewertet wird Stück für Stück statt nach Gesamtgewicht. Hohlheft-Messer laufen gesondert, damit Blei nicht als Silber bezahlt wird.
Wo die Datenlage dünn ist, sagt die App das offen, statt eine Zahl zu erfinden. Der Verkäufer sieht einen Wert je Stück und kann ihn nachvollziehen.
Auch werden Schmelzprozesse und dessen Auswertungen hier später zentral erfasst, um so später end2end die Berechnung von Margen, Rentabilität sowie unternehmerische Einkaufsentscheidungen zu unterstützen.
Für den Ankauf sind Material- und Preiserkennung über Bilder als späteres Modul geplant.
Was das im Alltag bedeutet?
Ein neuer Mitarbeiter muss nicht jahrelang lernen, woran man ein wertvolles Stück erkennt. Er sucht das Stück im Katalog und bekommt den Wert. Dadurch kann wertstoff. mehr Ankäufe gleichzeitig abwickeln, auch mit Partnern vor Ort.
Die Oberfläche ist dicht und klar gehalten, Vorbild war das Cloudflare-Dashboard. Ich gestalte die Screens direkt im Browser-Werkzeug und verdrahte sie danach mit echten Daten.

Die Wirkung.
Teil 2 dieser Case Study folgt später mit Zahlen aus dem Tagesgeschäft.
(I) Langfristig weniger CO2 dank wertstoff.team.
Recyceltes Silber verursacht rund 11 bis 16 kg CO2 je Kilo. Silber aus der Mine liegt je nach Erz bei 55 bis 405 kg (Nuss und Eckelman 2014, Ökobilanz C.Hafner). Jedes Kilo, das wertstoff. zurück in den Kreislauf bringt, spart also ein Vielfaches an CO2.
(II) Silber bleibt in Deutschland.
Das Material geht an deutsche Scheideanstalten, statt als Mischschrott ins Ausland zu wandern. Deutschland ist bei Metallrohstoffen fast vollständig auf Importe angewiesen. Recycling im eigenen Land senkt diese Abhängigkeit.
(III) Was als Nächstes kommt.
Ein Material-Wiki in der App, damit neue Mitarbeiter nachlesen können, was 800er von 925er Silber unterscheidet oder woran man ein Hohlheft erkennt. Später Bilderkennung per Kamera: Mitarbeiter fotografiert das Stück, die App schlägt Typ und Wert vor. Dazu ein Portal für Geschäftskunden.
Du willst in deiner Branche weg vom Bauchgefühl? Lass uns darüber sprechen.
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